9 Mythen der Hundeerziehung

9 Myhten der Hundeerziehung

Mythen-Hundeerziehung

Mythen-Hundeerziehung

Jeder Hundebesitzer hat sie schon mal gehört. Auf dem Hundeplatz, beim Spaziergang, auf der Hundewiese. Gerade wenn man mit einem Welpen unterwegs trifft man überall auf selbsternannte Hunde-Experten. Jeder hat einen schlauen Spruch, einen gut gemeinten Tipp und ganz sichere Erziehungsmethoden parat.

Dabei hat man nicht einmal um Hilfe oder einen Rat gebeten.

Doch nicht selten sind die Tipps auch noch eher von gestern und schon lange „überholt“. Allerdings halten sich viele Mythen der Hundeerziehung. Einige möchten wir hier aufzählen:

Mythos Nr. 1 „Welpen haben Welpenschutz“

Immer denken noch viele Welpenbesitzer, sie könnten ihren Welpen gefahrlos zu jedem fremden herankommenden Hund lassen. Schließlich kann ja nichts passieren, der Welpe genießt ja „Welpenschutz“. Doch das ist nicht richtig! Im Erstfall kann eine Begegnung mit einem erwachsenen Hund lebensbedrohlich werden. Vielleicht sind die neuen Hundebesitzer einfach bisher nur „netten“ Hunden begegnet, deren Gemüt es entsprach, den nervigen und tapsigen Welpen zu dulden. Eine Garantie dafür gibt es nicht!

Aber woher kommt der Gedanke über den Welpenschutz? Das beruht auf Beobachtungen von Wölfen, deren Junge eine Art Narrenfreiheit genießen durften und den erwachsenen Wölfen im wahrsten Sinne auf der Nase herumtrampelten. Dies bezieht sich aber auf Wölfe innerhalb einer Wolfsfamilie. Was allerdings nicht beachtet wurde, dass die alten Wölfe die Welpen auch ab der ca. siebten Woche anfangen zu erziehen und klare Grenzen setzen.

Wenn ein Welpe nun vom Züchter kommt und in seine Familie einzieht, ist er mindestens schon 8 Wochen alt und die Zeit der „Narrenfreiheit“ ist schon lange rum. Außerdem gibt es auch schlecht sozialisierte Hunde, die schnell von einem Welpen genervt sind und sein Verhalten nicht dulden und den Kleinen sogar beißen würden.

Mythos Nr. 2 „Trockenfutter putzt die Zähne“

Selbst dann nicht, wenn das Trockenfutter die Form einer Zahnbürste hätte. Hunde sind Beutegreifer. Sie schlingen ihr Fressen. Ob das Trockenfutter vorher eingeweicht wird, oder nicht, der Hund schlingt es trotzdem und steht nicht kauend über seinem Napf. Das ein oder andere Stück Trockenfutter-Krokette wird vielleicht mit den Reißzähnen zerteilt, aber von Kauen oder Putzen kann hier kaum die Rede sein.

Mythos Nr. 3 „Knoblauch hilft gegen Würmer“

Knoblauch hilft auf jeden Fall gegen Vampire, dass weiß ja jeder 🙂 zumindest wenn man Bram Stoker glauben schenken möchte.

Knoblauch, genauso wie Zwiebeln enthalten eine Substanz, die das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen zerstört. Schon geringe Mengen können ausreichen um eine Blutarmut beim Hund zu entwickeln. Dabei spielt die Art der Darreichungsform (frisch, getrocknet, pulverisiert, vorgekocht) keine Rolle. Die schädliche Wirkung bleibt nahezu unverändert erhalten. Es gibt keine exakten Mengen-Angaben, ab wann eine Anämie einsetzt. Und keine eindeutigen Erkenntnisse wie Knoblauch Würmer im Darm des Hundes vertreiben soll. Die Magensäure eines Hundes ist sehr sauer und wird selbst mit Knochen fertig. Der ein oder andere Wurm hält es trotzdem in dieser Umgebung aus. Und nun füttern wir etwas Knoblauch und schon streicht der Wurm die Segel? Wohl eher nicht. Stellt man tatsächlich einen Wurmbefall bei seinem Hund fest, ist der Gang zum Tierarzt notwendig. Dieser wird eine entsprechende Therapie vorschlagen.

Mythos Nr. 4 „Der Hund wird bissig wenn man ihn roh ernährt“

Genauso wie mir lange Fangzähne wachsen, wenn ich in ein Mett-Brötchen (sorry, ich lebe in Bayern, also eine Mett-Semmel) beiße.

Das alte Märchen wird gerne hervorgekramt, wenn den Barf-Gegnern sonst nichts besseres einfällt. Den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rohem Fleisch und Aggression kann aber keiner der Anti-Barfer erklären. Und zwar, weil es keinen gibt! Ganz das Gegenteil ist oft der Fall. Viele Hunde werden ruhiger da sie durch die Roh-Fütterung nicht mehr die hohen Mengen an Kohlenhydraten, Getreide, Lock- und Geschmacksstoffen bekommen. Achtung, rohes Schweinefleisch ist nicht zur Fütterung für Hunde geeignet!

Mythos Nr. 5 „Der Hund muss sich unterwerfen“

Hunde erwarten von uns, dass wir ruhige, souveräne und kluge „Rudelführer“ sind, die stets gerecht handeln. Schließlich sind Hunde soziale und kluge Lebewesen und durchschauen uns sehr schnell. Wir wollen, dass der Vierbeiner zu unserem Freund wird und überall hin begleitet und vertraut. Das erreichen wir sicher nicht mit physischer und psychischer Härte. Sicher brauchen Hund klare Grenzen und Regeln, aber um ihm das klar zu machen, muss man seinen Hund nicht am Nacken packen und auf dem Boden werfen und so lange warten, bis er sich „ergibt“.

Mythos Nr. 6 „Darf der Hund auf die Couch ist er der Chef zu Hause“

Auch dieses Gerücht hält sich wirklich hartnäckig. Der Hund, der eine erhöhte Position beansprucht ist dominant und der Rudelführer. Mal ganz ehrlich, der Hund ist in so manchem Haushalt der Chef, auch ohne jemals eine Pfote auf die Couch gesetzt zu haben. Aber Spaß beiseite. Schon einmal darüber nachgedacht, dass der Hund vielleicht einfach auf Sofa oder Bett möchte,  weil wir dort sind, oder weil es dort bequem und warm ist und vielleicht nach uns riecht? Wichtig ist nur, egal um welchen Platz es sich handelt, dass der Hund diesen verlässt, wenn man es ihm sagt.

Mythos Nr. 7 „Zerrspiele machen den Hund aggressiv“

Dann hätte ich wohl schon längst eine Bestie zu Hause, denn Pablo lieb Zerrspiele.

Sie sind ein schöner Zeitvertreib und ideal für ein gemeinsames Spiel zwischen Mensch und Hund. Zerrspiele sind eine ideale Belohnung beim Training, da der Hund mit seiner „Beute“ nicht einfach davon rennt und alleine spielt. Sondern dieses Spiel findet zwischen ihm und seinen Menschen statt und lässt viele Hundeherzen höher schlagen. Viele Hundetrainer die immer noch nach der „Rudeltherorie“ arbeiten, stellen Zerrspiele als eine Art Macht-Gerangel dar. Aber egal wie viele Zerrspiele du mit deinem Hund auch spielen magst, er wird dadurch nicht automatisch aggressiv. Viel eher wird es ihm sehr große Freude bereiten, mit dir wild an einem Spielzeug zu zerren. Er sollte auf dein Kommando vom Spielzeug ablassen.

Mythos Nr. 8 “ Ein Hund der mit der Rute wackelt ist immer freundlich

Für diesen Fall benötigt man etwas Kenntnis über die Körpersprache des Hundes. Es reicht nicht aus, nur auf die Rute des Hundes zu achten. Wie stehen die Ohren? Wie schnell wedelt er? Wirkt der Hund angespannt? Wie ist sein Blick? Ist das Nackenfell gesträubt? Schwanzwedeln kann Freude, aber auch Dominanz und Anspannung ausdrücken.

Mythos Nr. 9 “ Bellende Hunde beissen  nicht

Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass mich ein fremder Hund, der aggressiv und mit aufgestelltem Kamm bellt, nicht auch beissen würde, nur weil er bellt. Naja, vielleicht hört er ja kurz zum Beissen mit dem Bellen auf.

 

Foto Quelle:// Jose Antonio Puertas Alvarez

 

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